Krankenversicherung Vergleich | Kündigung und Wechsel

Ist der Versicherte mit seiner Kasse nicht mehr zufrieden, etwa bei Beitragserhöhungen oder eine andere Kasse bietet mehr fürs selbe Geld, so kann der Kunde selbstverständlich seine Krankenversicherung auch wieder kündigen und zu einer anderen privaten Gesellschaft wechseln. Dieser Schritt sollte aber gut überlegen sein. Man sollte also nicht übereilt kündigen, weil einige Kassen mit sehr günstigen Beiträgen locken und diese kurze Zeit später kräftig erhöhen werden. Ganz vorsichtige Kunden warten mit dem Abschluss einer neuen Versicherung so lange, bis sie das Kündigungsschreiben ihres alten Anbieters in Händen halten.

Die Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung muss zwingend schriftlich erfolgen. Wer seine gesetzliche Krankenkasse wechseln möchte, muss vor einer Kündigung einige Punkte beachten. Der Versicherungsnehmer ist nicht an einen bestimmten Kündigungstermin gebunden. Es besteht ein permanentes Kündigungsrecht, bei dem eine Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung zum Ende des übernächsten Kalendermonates wirksam wird. So endet beispielsweise eine im Juni gekündigte Krankenversicherung zum Ende August. Wer sich für einen Wechsel seiner gesetzlichen Krankenversicherung entschieden hat, unterliegt einer Bindungsfrist. Nach erfolgtem Wechsel zur neuen Krankenversicherung ist er vertraglich mindestens 18 Monate an diese gebunden. Erst nach Verstreichen dieser Frist kann der Versicherungsnehmer eine neue Krankenversicherung wählen. Diese Bindungsfrist von 18 Monaten entfällt allerdings, wenn ein Sonderkündigungsrecht vorliegt. Dies ist in der Regel nach einer Beitragserhöhung durch das Versicherungsunternehmen gegeben. Im Gegensatz zu früheren Regelungen berechtigt ein Arbeitgeberwechsel nicht automatisch zum Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse.

Der Wechsel von einer gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wurde durch die Gesundheitsreform 2007 erschwert. Erst wenn ein Arbeitnehmer über einen Zeitraum von drei Kalenderjahren ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze nachweisen kann, wird er zu Beginn des vierten Jahres bei der gesetzlichen Krankenversicherung als freiwillig Versicherter eingestuft. Nun hat er das Recht, seinen bestehenden Versicherungsvertrag zu kündigen und zu einem privaten Versicherer zu wechseln. Diese Regelung kann auch rückwirkend angewandt werden. War ein Arbeitnehmer beispielsweise seit 2007 oberhalb der Versicherungspflichtgrenze, kann er 2010 in eine private Krankenversicherung wechseln. Die Kündigung einer privaten Krankenversicherung ist beispielsweise bei der Aufnahme einer Sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung unproblematisch. Die Pflichtversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung beendet das Vertragsverhältnis.