PKV Abrechnung (ohne Versichertenkarte wie bei GKV)

Wer von der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) in die private Krankenversicherung (PKV) wechselt, wird sie vermissen – die Versichertenkarte, die jede gesetzliche Krankenkasse für ihre Versicherten ausgibt. Auf der Versichertenkarte sind wichtige persönliche Daten des Versicherungsnehmers gespeichert wie der Name, das Geburtsdatum und die Adresse. Hinzu kommen der Name der Krankenkasse und die Versicherungsnummer der Krankenversicherung. Die Karte dient letztlich vor allem der vereinfachten Abrechnung zwischen dem Arzt und der jeweiligen Krankenversicherung. Sie wird deshalb von dem Versicherten zu Beginn der Behandlung vorgelegt, um damit das Versicherungsverhältnis mit der Krankenkasse zu dokumentieren. Die Abrechnung zwischen dem Arzt und der Krankenkasse ist aus Sicht des Versicherten dann auch denkbar einfach – er bekommt keinerlei Kenntnis davon! Das heißt, er erhält keine Rechnung, die er vorlegen muss oder die er an seine Krankenkasse weiterreichen muss. Damit funktioniert die Behandlung des Arztes letztlich nach dem Sachleistungsprinzip – es wird die Sachleistung der Behandlung gewährt, ohne dass dafür Geld in irgendeiner Form zwischen dem Arzt und dem Versicherten fließt. In der privaten Krankenversicherung dagegen ist das System der Abrechnung gänzlich anders gestaltet.

In der privaten Krankenversicherung erfolgt die Abrechnung aller ärztlichen Leistungen direkt zwischen dem Arzt und dem Patienten. Dazu nimmt der Arzt alle persönlichen Daten des Patienten zu Beginn der Behandlung auf. Nach Abschluss der Behandlung oder nach einem Arzttermin erstellt der Arzt eine Rechnung über die gewährte ärztliche Leistung. Diese Rechnung geht direkt an den Patienten. Der Patient hat die Verpflichtung, die Behandlungskosten zu bezahlen. Dies ist völlig unabhängig davon, ob die vereinbarte tarifliche Leistung seiner Krankenversicherung die Erstattung dieser Kosten vorsieht oder nicht. Unter Umständen kann es also passieren, dass ein Patient eine Rechnung begleichen muss, deren Kosten er nicht von seiner privaten Krankenkasse erstattet erhält. Dies gilt ganz besonders bei einer hohen Selbstbeteiligung oder wenn der Versicherte eine Leistung in Anspruch genommen hat, deren Erstattung der gewählte Tarif nicht vorsieht oder auch, wenn der Patient in den Genuss einer Beitragsrückerstattung kommen möchte, die nur dann gewährt wird, wenn der vergangene Versicherungszeitraum leistungsfrei und ohne Kostenerstattung geblieben ist.

Soweit der Tarif der Krankenkasse allerdings eine Kostenerstattung vorsieht, wird der Patient die Rechnung seines Arztes bei der Krankenversicherung einreichen. Dabei empfiehlt es sich, den Verwaltungsaufwand insgesamt möglichst gering zu halten und nicht jede Rechnung einzeln bei der Versicherung einzureichen, sondern mehrere Rechnungen gesammelt einzureichen. Je nach der Bearbeitungszeit des Versicherers erhält der Patient die vorgestreckten Kosten für die durchgeführte Behandlung dann erstattet. Anders als bei der gesetzlichen Krankenversicherung sieht der Versicherte also bei der privaten Krankenversicherung anhand der Rechnung seines Arztes, welche Kosten für seine Behandlung angefallen sind.