PKV Tests und Rankings

Der Markt der privaten Krankenversicherung (PKV) ist in Deutschland heiß umworben – so zumindest hat es den Anschein. Gerade zum Jahresende schwappt regelmäßig eine Wechselwelle über Versicherer und Kunden herein, die oft ausgelöst wird durch die Beitragserhöhungen der Gesellschaften zum Jahresbeginn. Spätestens dann werden die Versicherten aktiv, um im nächsten Jahr günstiger versichert zu sein.

Allerdings ist es nicht einfach für einen Laien, unter dem umfangreichen Angebot an Gesellschaften und Tarifen einen guten Versicherer mit einem passenden Tarif zu finden. Dies liegt an der Fülle der Tarife und an den komplizierten Versicherungsbedingungen, bei denen es gilt, das Kleingedruckte sorgfältig zu lesen. Deshalb greifen viele Versicherte auf die Empfehlungen von PKV Tests und entsprechende Rankings zurück. Sie sollen Auskunft geben über die besten und günstigsten Tarife, die am Markt verfügbar sind. Allerdings gilt es, bei solchen Tests genauer hinzuschauen, damit sie das Ergebnis liefern, das der Versicherte benötigt.

Liest man die Ergebnisse eines Tests, dann ist darauf zu achten, wer diesen Test beauftragt und durchgeführt hat. Regelmäßig von Bedeutung ist, ob dem Test ein unabhängiger Auftraggeber zugrunde liegt oder ob sie von einem bestimmten Versicherer in Auftrag gegeben wurde. Ein unabhängiger Test ist in jedem Fall vorzuziehen, da er nicht im Sinne eines vorgegebenen Ergebnisses argumentiert, sondern tatsächlich unabhängige Resultate liefern sollte.

Ebenso maßgeblich ist, welche Prämissen in dem Test oder Ranking unterstellt wurden. Wurde eine Selbstbeteiligung vorgegeben, wurden Tarife für Frauen oder Männer verglichen, welches Alter des Versicherungsnehmers wurde berechnet, sind Risikofaktoren oder Vorerkrankungen eingeflossen. Diese Eckdaten nehmen maßgeblich Einfluss auf das Ranking der Gesellschaften und ihrer Tarife, so dass man als Verbraucher einen Blick darauf haben sollte, welche Angaben der Berechnung tatsächlich zugrunde liegen. Je nach den individuellen Bedürfnissen, dem Gesundheitszustand, dem Alter und dem Geschlecht des potenziellen Kunden können der passende Tarif und der Versicherungsbeitrag letztlich ganz anders aussehen, so dass ein solches PKV Ranking am Ende immer nur eine eingeschränkte Aussagekraft hat.

In keinem Fall sollte man sich in einem PKV Ranking ausschließlich von dem jeweiligen Monatsbeitrag leiten lassen. So wichtig der Preis auch ist, so maßgeblich ist es, denjenigen Tarif zu finden, der wirklich zu den persönlichen Anforderungen passt. Hier ist zum Beispiel auf die Höhe der Selbstbeteiligung abzustellen sowie auf die Leistungen im stationären und dentalen Bereich. Weiter kann von Bedeutung sein, in welchem Umfang Arzneimittel, Heil- und Hilfsmittel erstattet werden. Hiervon ist auch der gesamte Bereich der alternativen Heilmethoden betroffen.

Da gerade die Versicherungsbedingungen sehr komplex sind, kann ein Ranking zwar einen ersten Anhaltspunkt liefern, vor dem Vertragsabschluss sollte man aber einen erfahrenen und unabhängigen Versicherungsmakler zu Rate ziehen.