PKV Beitragsanpassung

Gerade zum Jahresende stehen sie wieder an – die jährlichen Beitragsanpassungen in den Tarifen der privaten Krankenversicherung (PKV). Wie die gesetzlichen Kassen auch, so sind auch die privaten Krankenkassen regelmäßig mit einem Kostenproblem konfrontiert. Eine insgesamt steigende Lebenserwartung und zunehmende Kosten der ärztlichen Behandlung führen zu immer höheren Kosten für die privaten Versicherer. Auf der anderen Seite gilt es, aus den eingezahlten Beiträgen Altersrückstellungen zu erwirtschaften, die die Beiträge ihrer Versicherten im Alter soweit es geht konstant halten sollen. Eine Wirtschafts- und Finanzkrise allerdings sorgt dafür, dass die Verzinsung der Altersrückstellungen nicht so wie ursprünglich erhofft und geplant ausfällt. Da die privaten Krankenversicherer nicht durch den Staat unterstützt werden, bleibt letztlich nur ein Ausweg aus diesem Konflikt – die Erhöhung der Beiträge für die Krankenversicherung. Aus diesem Grund erhält man als Versicherter in der Regel einmal jährlich zum Jahresende eine Beitragsanpassung. Letztlich bedeutet das aber auch, dass die Beiträge kontinuierlich mit zunehmendem Alter steigen.

Hat man eine Beitragsanpassung für das folgende Jahr erhalten, dann hat man ein außerordentliches Kündigungsrecht. Das bedeutet, man muss die Beitragserhöhung nicht akzeptieren, sondern kann die Versicherung zum Jahresende kündigen. Mit der Kündigung des alten PKV-Tarifs gilt es, eine neue und passende Krankenversicherung zu finden, die hoffentlich eine bessere Konstanz der Beiträge vorzuweisen hat. Konstante Beiträge können deshalb ein wesentliches Argument für oder gegen eine Gesellschaft sein. Berücksichtigt man, dass eine private Krankenversicherung schon aufgrund der mit dem Alter steigenden Monatsbeiträge und der zu bildenden Altersrückstellungen dauerhaft abgeschlossen werden sollte, macht ein ständiger Wechsel der PKV kaum Sinn. Zwar kann er eine vernünftige Option sein, wenn man mit den Leistungen seiner PKV nicht zufrieden ist, grundsätzlich sollte ein Wechsel aber die Ausnahme sein.

Bei der Auswahl der neuen Krankenversicherung sollte man den neuen und den alten Tarif sorgfältig miteinander vergleichen. Wichtig ist, dass man nicht nur auf einen niedrigeren Beitrag abstellt, sondern möglichst auch auf die angebotenen Leistungen. So sollte der neue Tarif hinsichtlich der Leistungen mit dem alten vergleichbar sein, keinesfalls aber schlechtere Leistungen bieten – es sei denn, man kann auf eine bestimmte Leistung gut verzichten. So kann zum Beispiel die stationäre Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer einen Kostenvergleich wert sein. Auch die Übernahme der Kosten für Zahnersatz und Kieferorthopädie ist für einen Vergleich interessant. Weiterhin sind die Erstattungen für Sehhilfen oder Heilpraktiker-Leistungen zu vergleichen.

Letztlich ist es wichtig, dass man bei der Auswahl einer neuen PKV sorgfältig vorgeht um einen weiteren Wechsel in Zukunft möglichst zu vermeiden.


Krankenversicherung Vergleich | Tarife

Wichtig zu wissen ist, dass die privaten Krankenversicherungen einen vom Einkommen unabhängigen Tarif verlangen. Ein selbstständiger Frisör mit niedrigem Einkommen zahlt also dasselbe wie der gut verdienende Apotheker. Vorausgesetzt diese Personen ähneln sich vom Alter, Risikoeinstufung, sind bei derselben Versicherung und anderes. Die gesetzlichen Kassen müssen ab 2009 alle denselben Beitragssatz verlangen. Die privaten Krankenversicherungen haben weiterhin die Möglichkeit ihre Beiträge individuell und getrennt nach Alter, Geschlecht und Risikoeinstufung anzubieten. Da diese privaten Kassen, wie alle anderen Versicherungen auch, eine Einstufung des Risikos des Versicherten vornehmen, zahlen beispielsweise Frauen mehr.