Selbstständige in der PKV

Selbstständige, wie beispielsweise Unternehmer und Gewerbetreibende, können selbst entscheiden, welche Krankenversicherung sie wählen möchten, da für sie nicht die gesetzliche Versicherungspflicht besteht. Dabei können sie zwischen einer freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung oder aber einer privaten Krankenversicherung wählen, da die Art und Weise der Versicherung nicht von ihrem Einkommen abhängig ist.

Anders als bei Angestellten zahlen Selbstständige ihren Beitrag selbst, da sie für keinen Arbeitgeber arbeiten, der diese Kosten übernehmen würde. Der Mindestbeitrag wird in diesem Fall so berechnet, als würden Selbstständige über ein monatliches Einkommen von 1.890 Euro verfügen. Dabei spielt es keine Rolle, ob dieser Wert stimmt oder die eigenen Einkünfte darunter liegen. Der Beitrag liegt somit bei 270 Euro im Monat, wobei die Versicherung des Krankengelds entfällt.

Besonders bei jungen Selbstständigen ist die private Krankenversicherung nicht nur die besser, sondern meist auch die günstigerer Wahl. Steigen bei einer selbstständigen Person in der gesetzlichen Krankenversicherung die monatlichen Einkünfte, so steigt automatisch auch der zu zahlende Beitrag, bis er die Beitragsbemessungsgrenze erreicht hat. Die private Krankenversicherung bietet jedoch den Vorteil, dass, selbst bei Einkünften, die deutlich höher sind, der Beitrag gleich bleibt, da er nicht von dem monatlichen Gewinn abhängig ist.

Ein wichtiger Unterschied zwischen den zwei Versicherungsformen ist, dass die Mitglieder einer privaten Krankenkasse freiwillig Versicherte sind, während es sich bei der gesetzlichen um sogenannte Pflichtmitglieder handelt. Abgesehen von der Leistung Krankengeld bieten beide Versicherungen die gleichen Leistungen, die Beitragsabrechnung weist jedoch einen bedeutenden Unterschied auf, der sich in vielen Fällen erheblich auswirkt. So erfolgt die Kalkulation für die Beiträge bei beiden Kassen auf verschiedenen Berechnungsgrundlagen. Anstelle des Arbeitsentgelts werden sich an den „Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt“ orientiert. Zudem werden außer den selbst erwirtschaften Beträgen auch die Erträge aus Kapitalvermögen, wie beispielsweise Zinsen oder Dividenden, Verpachtungen und Vermietungen, sowie mitunter auch Renten berücksichtigt.

In einer gesetzlichen Krankenkasse müssen Selbstständige einen ermäßigten Beitragssatz bezahlen, der momentan 14,3 % beträgt, da das Krankengeld entfällt. Nach persönlichem Bedarf kann dieses zusätzlich bei einer der beiden Versicherungsformen versichert werden. 2009 trat dabei eine Regelung in Kraft, nach der der Beitrag für alle freiwilligen Versicherten nach einer einheitlichen Regel berechnet wird. Selbstständige, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, zahlen jeden Monat einen Höchstbetrag von 536,25 Euro.

Eine private Krankenversicherung überzeugt nicht nur durch bessere Leistungen, sondern ist meist auch die günstigere Variante, da Selbstständige für ihren Beitrag selbst aufkommen müssen. Es ist sehr schwer, pauschal zu bestimmen, welche Krankenkasse die richtige für die eigene Situation ist, besonders, da der Laie häufig nicht in der Lage ist, seine persönliche Lage genau abzuschätzen. Eine unabhängige Beratung durch einen Profi ist deswegen sehr empfehlenswert.