PKV Selbstbehalt - Eigenanteil

Der Selbstbehalt bezeichnet in der privaten Krankenversicherung (PKV) den Anteil, den der Versicherte an seinen Krankheitskosten selbst zu zahlen hat, bevor er Leistungen seiner Versicherung in Anspruch nehmen darf. Da ein direkter Zusammenhang zwischen der Höhe der Selbstbeteiligung und dem monatlichen Versicherungsbeitrag besteht, wird der Beitrag mit steigendem Eigenanteil niedriger. Deshalb gilt es, sich vor dem endgültigen Vertragsabschluss etwas genauer mit der Höhe des Selbstbehalts auseinander zu setzen.

Für Selbständige kann ein hoher Eigenanteil interessant sein. Viele Selbständige sind auf der Suche nach einem geringen monatlichen Versicherungsbeitrag, weil sie diesen Beitrag in voller Höhe selbst zu zahlen haben. Wird der Selbstbehalt entsprechend hoch angesetzt, kann damit der monatliche Beitrag in einem überschaubaren Rahmen gehalten werden. Im Gegenzug kann für einen Arbeitnehmer ein eher geringer Eigenanteil in Frage kommen. Ein Arbeitnehmer erhält einen Zuschuss des Arbeitgebers zum monatlichen Versicherungsbeitrag, so dass er auch einen höheren Preis akzeptieren kann. Ein höherer Monatsbeitrag führt aber in der Regel zu einer geringeren Selbstbeteiligung.

Ein hoher Selbstbehalt kann auch relevant sein, wenn er an eine erfolgsabhängige oder garantierte Beitragsrückerstattung des Versicherers gekoppelt ist. Diese Beitragsrückerstattungen setzen voraus, dass der Versicherte im zurückliegenden Versicherungszeitraum keine Leistungen der Gesellschaft in Anspruch genommen hat. Je mehr der Versicherte also selbst bezahlt, desto eher kann eine Beitragsrückerstattung der Gesellschaft in Frage kommen, die in der Höhe bis zu mehreren Monatsbeiträgen ausmachen kann.

Auch die Leistungen der Gesellschaft selbst können direkt mit der Höhe der Selbstbeteiligung verbunden sein. So gibt es Tarife, die zwar wenig Eigenanteil fordern, deren Leistung aber verhältnismäßig schwach ist. Das liegt daran, dass ein geringer Eigenanteil eine höhere Kostenübernahme der Gesellschaft fordert. Im Gegenzug wird sie für eine höhere Kostenerstattung eine vergleichsweise geringe Leistung bieten, damit sich ihre krankheitsbedingten Aufwände insgesamt in überschaubaren Grenzen halten.

Schließlich macht allein die Höhe der Selbstbeteiligung einen sorgfältigen Vergleich der Gesellschaften und ihrer Tarife untereinander erforderlich. Schon allein der Wettbewerb der Versicherer sorgt dafür, dass es eine nahezu unüberschaubare Vielfalt von Tarifen und Preisen auf dem Markt der privaten Krankenversicherung gibt. So bietet eine Gesellschaft einen Tarif mit niedriger Selbstbeteiligung zu einem günstigeren Preis an als eine andere. Das Angebot ist so vielfältig, dass für einen Laien der sorgfältige Versicherungsvergleich sehr schwer durchzuführen ist. Es empfiehlt sich, deshalb die kompetente Beratung eines Versicherungsmaklers in Anspruch zu nehmen. Er ist unabhängig und hat Zugriff auf das gesamte Angebot an Tarifen. Er ist damit auch keiner Gesellschaft zum Abschluss verpflichtet, sondern hat allein im Interesse des Verbrauchers denjenigen Tarif auszuwählen, der auf die individuellen Bedürfnisse am besten passt. Dies deckt selbstverständlich auch die Höhe der Selbstbeteiligung ab.