PKV Bedeutung des Eintrittsalters

Die Kalkulation der monatlichen Versicherungsbeiträge erfolgt in der privaten Krankenversicherung (PKV) nach völlig anderen Grundsätzen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Während in der gesetzlichen Krankenversicherung die Höhe des monatlichen Bruttoeinkommens sowie der gesetzlich festgelegte einheitliche Beitragssatz maßgeblich sind für die Höhe des monatlichen Versicherungsbeitrags, basiert die Kalkulation in der privaten Krankenversicherung auf Maßgaben, die in der Person des Versicherten begründet sind. Hier richtet sich der Beitrag nach dem Eintrittsalter, dem Gesundheitszustand mit möglichen Risikofaktoren und Vorerkrankungen, dem Geschlecht und den gewünschten tariflichen Leistungen. Daraus wird ersichtlich, wie bedeutsam die Höhe des Eintrittsalters für den monatlichen Beitrag in der privaten Krankenversicherung ist.

Während dieser Beitrag für Männer niedriger ist als für Frauen und bei geringen tariflichen Leistungen ebenfalls niedrig bleibt, erhöhen ein schlechter gesundheitlicher Zustand oder mögliche Vorerkrankungen oder Risikofaktoren den Beitrag erheblich. Grundsätzlich steigt der Beitrag auch mit zunehmendem Eintrittsalter des Versicherten, so dass ein möglichst frühzeitiger Umstieg in die private Krankenversicherung empfehlenswert ist, wenn die individuellen Umstände dies zulassen. Von besonderer Bedeutung sind hier das monatliche Einkommen und die familiäre Situation, die gerade in jungen Jahren eine private Krankenversicherung noch nicht möglich machen können.

Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, sich die Relevanz des Eintrittsalters genauer anzusehen. In jungen Jahren fallen in der Regel noch keine allzu hohen Behandlungskosten für den Versicherten an. Damit könnte die Gesellschaft einen relativ niedrigen Beitrag anbieten. Allerdings ist sie verpflichtet, den gesetzlich vorgeschriebenen Anteil zur Altersrückstellung in Höhe von zehn Prozent bei jedem Versicherten zu erheben. Bei einem jungen Versicherten liegt der monatliche Beitrag damit in der Höhe regelmäßig etwas über den Leistungen für Krankheitskosten, die er tatsächlich verursacht. Das bedeutet, ein junger Versicherter zahlt mehr Beitrag, als er der Versicherung tatsächlich an Behandlungskosten verursacht. Im Alter kehrt sich diese Relation in der Regel um – dann sind die Beiträge meist niedriger als die anfallenden Behandlungskosten. Das liegt daran, dass die Kosten für medizinische Behandlung schon aufgrund eines schlechteren gesundheitlichen Zustands im Alter zunehmen. Zum einen ist bei einem alten Menschen mit häufigen Erkrankungen zu rechnen, die hohe Kosten verursachen, zum anderen sind aber auch schwerwiegende Krankheiten möglich, die ebenfalls zu gravierenden Behandlungskosten führen können. Oft können sie nicht mehr aus den monatlichen Beiträgen gedeckt werden – ein Grund, weshalb schon früh mit der Erhebung des gesetzlichen Zuschlags für die Altersrückstellungen begonnen wird, denn diese sollen diese hohen Krankheitskosten im Alter zumindest teilweise ausgleichen.

Je höher also das Eintrittsalter, desto größer die Gefahr, dass kostspielige Krankheitskosten anfallen. Um diese nicht vollständig auf den Versicherer abzuwälzen, sind die monatlichen Beiträge so kalkuliert, dass sie mit höherem Eintrittsalter gravierend zunehmen.