Grundlagen der Beitragskalkulation in der PKV

Die private Krankenversicherung (PKV) kalkuliert ihre Beiträge nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip. Das Prinzip basiert auf der Annahme, dass zwischen der Höhe des Beitrags und dem individuell zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer vereinbarten Versicherungsschutz ein direkter Zusammenhang besteht. Konkret bedeutet das, die Höhe des Beitrags richtet sich nach der individuell vereinbarten Leistung. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) läuft die Beitragskalkulation dagegen nach gänzlich anderen Grundsätzen – sie werden nach der Höhe des Einkommens berechnet.

Durch den direkten Zusammenhang zwischen Monatsbeitrag und Versicherungsleistung in der privaten Krankenversicherung ist die Höhe des Beitrags unmittelbar von der Höhe der Leistung abhängig. So ist zum Beispiel eine Kostenerstattung in Höhe von 90 Prozent bei Zahnersatz teurer als eine Kostenerstattung von 80 Prozent. Außerdem steigt der Monatsbeitrag mit zunehmendem Lebensalter. Damit sind die Beiträge auch maßgeblich abhängig von dem Eintrittsalter in die private Krankenversicherung, denn je früher man sich für eine PKV entscheidet, desto niedriger sind die Beiträge für den Versicherten. Auch der Gesundheitszustand hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Versicherungsbeitrag. So können Vorerkrankungen oder Risikofaktoren zu drastischen Risikozuschlägen führen, die den monatlichen Beitrag massiv in die Höhe treiben. Schließlich ist für die Kalkulation der Beiträge das Geschlecht des Versicherten von Bedeutung, denn die Tarife für Männer und Frauen sind unterschiedlich kalkuliert.

Auch die gesetzlich vorgeschriebenen zu bildenden Altersrückstellungen sind für die Kalkulation der Beiträge maßgeblich. Da mit zunehmendem Alter immer mehr Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen werden, würden nach dem Äquivalenzprinzip auch die Beiträge für ältere Versicherte drastisch ansteigen. Um dies in einem überschaubaren Rahmen zu halten, werden mit dem Eintritt in die PKV sogenannte Altersrückstellungen gebildet. Im Ergebnis wird der Beitrag in jungen Jahren so berechnet, dass er über den tatsächlich in Anspruch genommenen Leistungen liegt. Im Alter dagegen wird er durch die Altersrückstellungen so angesetzt, dass zumindest ein massiver Anstieg vermieden wird, der von dem Versicherten dann nicht mehr getragen werden kann. Hinzu kommt ein Zinseffekt für die gebildeten Altersrückstellungen, denn diese sind nach einer gesetzlichen Vorgabe verzinslich anzulegen. Die Altersrückstellungen werden seit Januar 2000 in Form eines gesetzlichen Zuschlages in Höhe von zehn Prozent bei jedem neu abzuschließenden Versicherungsvertrag mit dem monatlichen Beitrag erhoben.

Trotz dieser vorbeugenden Maßnahmen stehen auch bei den privaten Krankenversicherungen regelmäßig Beitragserhöhungen an. Sie resultieren im Wesentlichen aus steigenden Krankheitskosten, die in einem direkten Zusammenhang mit der immer besseren medizinischen Versorgung stehen. Eine optimierte Behandlung von Krankheiten führt meist auch zu höheren Behandlungskosten, weil die Behandlung selbst immer teurer wird. Diese sollen durch die Erhöhung der Beiträge weitestgehend ausgeglichen werden.