Pflegezusatzversicherung

Pflegebedürftigkeit kann heute jeden treffen, denn sie ist keine Frage des Alters. Durch die Einführung der gesetzlichen Pflichtversicherung hat sich einiges verändert. Jedem muss klar sein, dass eine umfangreiche Pflege mit der gesetzlichen Absicherung nicht ausreichend sein kann. Bei Müttern oder Vätern die zum Pflegefall werden und nicht über ausreichendes Vermögen verfügen, werden die Kinder oder sogar die Enkel zur Kasse gebeten. Aber auch junge Leute können durch Krankheit oder einen schweren Unfall zum Pflegefall werden und die Eltern müssen für die Kosten aufkommen. Um dem vorzubeugen ist eine Zusatzversicherungen für Pflegebedürftigkeit erforderlich.

Was leistet die gesetzliche Pflegeversicherung?

Die Pflegekasse entscheidet über die Einstufung in drei Pflegestufen.


  • Pflegestufe I - bedeutet eine erhebliche Pflegebedürftigkeit. Der Hilfebedarf muss täglich mindestens 90 Minuten, davon 45 Minuten auf die Grundpflege, betragen.

  • Pflegestufe II – bedeutet eine schwere Pflegebedürftigkeit. Der Hilfebedarf muss täglich mindestens 180 Minuten, davon 120 Minuten auf die Grundpflege, betragen.

  • Pflegestufe III – bedeutet schwerste Pflegebedürftigkeit. Der Hilfebedarf muss täglich mindestens 300 Minuten, davon 240 Minuten auf die Grundpflege, betragen.

Weitere Leistungen werden nur gezahlt, wenn der Pflegeaufwand deutlich über das Maß der Pflegestufe III hinaus geht.

Die von der Pflegeversicherung übernehmenden Kosten sind abhängig von der Pflegestufe und des Pflegenden. Bei der häuslichen Pflege durch Familienangehörige oder anderes selbstorganisiertes Pflegepersonal werden je nach Pflegestufe 225 Euro, 430 Euro oder 685 Euro bezahlt. Bei Inanspruchnahme eines ambulanten Pflegedienstes, aber auch bei einer teilstationären Pflege 440 Euro, 1.040 Euro bis zu 1.510 Euro monatlich, abhängig der Pflegestufe. Bei einer vollstationären Pflege zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 1.023 Euro, 1.279 Euro und bei Pflegestufe III 1.510 Euro monatlich.

Anhand dieser Zahlen ist schon ersichtlich, dass die Pflege eines Menschen davon nicht bezahlbar ist. Die Versorgungslücke ist sehr groß und kann nur mit einer Zusatzversicherung ausgeglichen werden.

Zusatzversicherungen für Pflegebedürftigkeit

Mit einer Pflege-Zusatzversicherung kann die gesetzliche Basisversorgung aufgestockt werden. Die Versicherungen bieten zur Absicherung Pflegekosten-Versicherungen und Pflegetagegeld-Versicherungen an, die kombiniert werden können. Voraussetzung der Auszahlung ist immer eine Einstufung in die Pflegestufen I, II oder III. Wenn der Versicherte im Sinne des Gesetzes keine Pflege benötigt, zahlt die Zusatzversicherung auch nicht.

Die Pflegetagegeld-Versicherung zahlt einen festgesetzten Tagessatz, der schon bei Vertragsabschluss vereinbart werden muss und abhängig von der Pflegestufe ist. Welche Leistungen von den monatlichen Zahlungen beglichen werden, kann der Versicherte selbst entscheiden. Er kann das Geld für seine Pflege ausgeben, aber auch in Umbauarbeiten der Wohnung, oder für kleine Annehmlichkeiten.

Bei der Pflegekosten-Versicherung hingegen werden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung aufgestockt. Entweder sie bezahlt, bis zu einer Obergrenze, die Differenz zwischen den Kosten und den erbrachten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Oder sie zahlt einen festgelegten Betrag zur Aufstockung. Zu beachten ist bei der Pflegekosten-Versicherung, dass sie nur für die reinen Pflegekosten aufkommt und interessiert sich nicht für die anfallenden Gesamtkosten. Für die Nachbarin, die den Hund ausführt oder kleine Erledigungen tätigt, ist kein Geld da.

Fazit:

Eine Zusatzversicherung für Pflegebedürftigkeit ist sinnvoll um die Familie im Pflegefall vor Zahlungen zu schützen. Für Menschen ohne enge Familienangehörige und ohne großes Vermögen, zahlt das Sozialamt. Eine Preis-Leistungs-Prüfung sollte vor dem Abschluss unbedingt gemacht werden, ebenso ein Vergleich mehrerer Anbieter.