Die gesetzliche Pflegeversicherung

Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Diese positive Veränderung hat aber auch Nachteile, denn immer mehr Menschen sind auf Pflege angewiesen. Seit 1. Januar 1995 ist die Pflegeversicherung als „fünfte Säule“ der Sozialversicherung eingeführt worden. Die gesetzliche Pflegeversicherung kann die hohen Kosten aber schon heute nicht mehr umfänglich tragen. Wenn kein Vermögen vorhanden ist und die Rente nicht ausreicht werden die Kinder zur Kasse gebeten, denn Kinder sind zum Unterhalt gegenüber den Eltern verpflichtet. Schlimmstenfalls tritt das Sozialamt ein. Eine private Pflegeversicherung kann die Versorgungslücke schließen.

Beitragszahlungen

Die Pflegekassen sind Träger der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die monatlichen Beiträge werden je zur Hälfte vom Versicherten und dem Arbeitgeber aufgebracht, sie richten sich nach dem Einkommen des Mitglieds. Versicherte mit Kinder zahlen 1,95 Prozent des Bruttoeinkommens und Kinderlose ab 23 Jahren einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent mehr (Beitragszuschlag nach dem Kinder-Berücksichtigungsgesetz). Die Beiträge werden automatisch als Soziabgaben bei der Lohn- oder Gehaltsabrechnung einbehalten.

Wie bei der Krankenversicherung gibt es auch hier Obergrenzen der Beträge. Niedrigverdiener werden in der Pflegeversicherung pflichtversichert und Arbeitnehmer mit sehr gutem Verdienst sind freiwillig versichert. Für Arbeitslose, die bei der Arbeitsagentur registriert sind, werden die Zahlungen vom Amt Übernommen. Bis zur Beitragsbemessungsgrenze müssen Rentner allein für die Zahlungen bei der gesetzlichen Pflegeversicherung aufkommen. Studenten sind pflichtversichert bei der Pflegeversicherung. Monatlich beträgt der Beitrag 9,98 Euro oder 11,26 Euro für Kinderlose, die mindestens 23 Jahre alt sind.

Wer ist pflegeversichert?

Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Wer krankenversichert ist, ist auch in der sozialen Pflegeversicherung versichert. Dazu gehören alle, die bei der

  • AOK
  • Betriebskrankenkasse
  • Innungskrankenkasse
  • Ersatzkasse
  • landwirtschaftliche Sozialversicherung
  • der Bundesknappschaft

gesetzlich krankenversichert sind. Die mitversicherten Familienangehörigen gehören beitragsfrei dazu. Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen.

Wer erhält Leistungen aus der Pflegeversicherung?

Rund zwei Millionen deutsche Bürger sind auf die Zahlungen aus der Pflegeversicherung angewiesen. Sie können gängige Aufgaben des täglichen Lebens nicht mehr selbstständig erledigen, weil sie körperlich, seelisch oder geistig krank sind. Voraussetzung ist, dass die Einschränkungen mindestens sechs Monate anhalten und der Antragsteller mindestens zwei Jahre in einer Pflegeversicherung versichert war. Der medizinische Dienst der Krankenversicherung entscheidet über den Grad der Hilfebedürftigkeit. Der Gesetzgeber hat drei Stufen der Pflege festgelegt.

  • Pflegestufe I - erheblich pflegebedürftig
  • Pflegestufe II - schwerpflegebedürftig
  • Pflegestufe III - schwerstpflegebedürftig

Um Leistungen beziehen zu können, muss diese beantragt werden. Der Antrag kann formlos vom Pflegebedürftigen, einem Bevollmächtigten oder einem gesetzlichem Vertreter, bei der Pflegekasse gestellt werden. Die von der Pflegekasse zugeschickten Anträge, einer für die Pflegeleistungen und einer dient der Rentenbeitragszahlung für eine ehrenamtliche Person. Beide Antragsformulare sind ausgefüllt zurückzuschicken. Grundsätzlich werden die Leistungen erst nach Antragstellung gewährt.

Unterschieden wird die häusliche und stationäre Pflege

Pflegebedürftige, die zu Hause Pflegeleistungen in Anspruch nehmen und von Familienangehörigen oder selbst organisierte Hilfe betreut werden, erhalten in Pflegstufe I 225 Euro, Pflegestufe II 430 Euro und in Pflegestufe III den Betrag von 685 Euro.

Wer professionelle Pflegedienste in Anspruch nimmt erhält sogenannt Sachleistungen von der Pflegekasse. Zur Verfügung stehen dafür 440 Euro in der Pflegestufe I, 1.040 Euro in Pflegestufe II und 1.510 Euro in Stufe III. Schwer pflegebedürftige Menschen können monatlich bis zu 1.918 Euro erhalten.

Eine weitere Möglichkeit ist die teil- oder vollstationäre Pflege in einer Einrichtung. Bei vollstationärer Pflege erhöht sich das Pflegegeld auf 1.023 Euro in Pflegestufe I, 1.279 Euro Pflegestufe II und 1.279 Euro bei Pflegstufe III. Das Pflegegeld ist bestimmt für die Grund- und Behandlungspflege sowie die hauswirtschaftliche Versorgung. Für die Verpflegung und die Unterkunft muss der Heimbewohner selbst aufkommen.

Wenn Familienangehörige oder Bekannte die häusliche Pflege übernehmen, erhält der Pflegende ein monatliches Pflegegeld. Automatisch ist der Pflegende zudem für den gesamten Zeitraum renten- und unfallversichert, er muss nur eine Mindestanzahl von Stunden erreichen.