Die Krankenvollversicherung

Eine private Krankenvollversicherung können alle die Arbeitnehmer abschließen, die im Jahr 2010 mehr als 49.950 Euro brutto verdient haben. Für das nächste Jahr wird diese Grenze weiter gesenkt. Beschäftige, die im Jahr 2011 mehr als 49.500 verdienen, können sich dann für eine private Krankenvollversicherung entscheiden. Beamte konnten sich schon immer für diese Versicherungsform entscheiden Diese Wahl sollte gut überlegt sein. Sehr kranke Mitarbeiter sollten nicht in eine private Krankenversicherung wechseln, genauso wenig wie Beschäftigte, die eine große Familie ihr Eigen nennen und ihre Angehörigen über die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse kostenfrei mitversichert haben.

Für alle in Frage kommenden Beschäftige gilt, prüfen Sie eine Mitgliedschaft genau. Es gibt viele Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse. Sie brauchen beispielsweise keine Praxisgebühr zu bezahlen und Sie können unter diversen Wahltarifen wählen. So können Sie eine Heilpraktiker-Versicherung abschließen oder im Krankenhaus eine Chefarztbehandlung verlangen, wenn Sie das vorher vereinbart hatten. Außerdem sehen Sie fast alle niedergelassenen Praxisärzte außerordentlich gerne, da sie für Ihre Behandlung den zwei bis dreifachen Verrechnungssatz ansetzen können. Aus diesem Grund kriegen auch Privatpatienten so schnell Termine bei einem Facharzt.

Selbstverständlich haben Sie als abhängig Beschäftigter auch Anspruch auf einen Arbeitgeberanteil zu ihrer PKV. Genau wie in der GKV zahlt Ihnen Ihre Firma einen Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. Dieser beträgt für das Jahr 2010 maximal 262,50 Euro, sowie 36,56 Euro für die Pflegeversicherung. Im Jahr 2011 sollen diese Beträge dann auf 273,75 Euro steigen. Der Betrag für die private Pflegeversicherung bleibt gleich. Arbeitnehmer in Sachsen sollten beachten, dass der Zuschuss zur Pflegeversicherung nur die Hälfte beträgt. Der Zuschuss des Arbeitgebers beträgt maximal 50% des Beitrages. Dieser ist auf den Höchstbeitrag begrenzt.


Krankenvollversicherung: PKV nach einer Art Baukastensystem

Bei der privaten Krankenvollversicherung haben Interessenten oft die Möglichkeit, sich ihre Krankenversicherung nach einer Art Baukastensystem zusammenzustellen. Soll nur das Notwendigste abgesichert werden oder möchte der Versicherte mit den Krankheitskosten überhaupt nichts zu tun haben. Zahnbehandlung ohne Zuzahlung und Einbettzimmer im Krankenhaus kosten dann mehr. Hat sich der Interessent dann für eine Krankenversicherung und einen jeweiligen Tarif entschieden, so braucht er keine Angst davor zu haben, dass im Alter die Beiträge astronomische Höhen erreichen. Mit den gezahlten Prämien wird neben der Absicherung des Krankheitsrisikos eine, wie gesetzlich gefordert, Altersrückstellung aufgebaut. Experten sehen diese aber nicht als völlig ausreichend an und fordern Versicherte auf, noch weitere Rückstellungen zu bilden oder diese extra zu versichern. Neu ist ab 2009 die Einführung eines Basistarifs, der ungefähr die Leistungen der GKV bietet, aber durch verschiedene Eingrenzungen nur einem kleinen Kundenkreis zu Verfügung steht, wie z.B. niedriger Verdienst und älter als 55 Jahren.