Freiwillige Weiterversicherung in der GKV

Eine aktuelle Gesetzesänderung der Bundesregierung zur Krankenversicherung macht es möglich – Arbeitnehmer können jetzt schneller von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Bisher mussten Arbeitnehmer in drei hintereinander folgenden Jahren ein jährliches Bruttoarbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze nachweisen, um für die private Krankenversicherung berechtigt zu sein. Mit der Einführung der Gesetzesänderung ist der Wechsel in die PKV schon mit einmaligem Überschreiten dieser Grenze möglich. Aus diesem Grund gilt es, sorgfältig abzuwägen ob ein Wechsel in die PKV tatsächlich sinnvoll ist, denn eine Rückkehr in die GKV ist nur unter ganz bestimmten und eingeschränkten Umständen möglich. Je nach der persönlichen Situation kann es durchaus eine Option sein, sich freiwillig in der GKV weiter zu versichern.

Eine freiwillige Weiterversicherung in der GKV ist vor allem für diejenigen Arbeitnehmer interessant, die eine Familie zu versichern haben. Kinder und Ehepartner, die kein eigenes Einkommen beziehen, sind in der gesetzlichen Krankenversicherung ohne zusätzliche Kosten mitversichert. Diese Familienversicherung gibt es in der PKV nicht. Hier ist jedes Familienmitglied mit einem eigenen Monatsbeitrag selbständig zu versichern. Aus diesem Grund kann eine freiwillige Weiterversicherung in der GKV schon aus Kostengründen eine sehr sinnvolle Entscheidung sein. Hinzu kommt, dass der Beitrag der GKV, der sich aus dem gesetzlich festgelegten einheitlichen Beitragssatz der Krankenkassen und dem monatlichen Bruttoarbeitsentgelt ergibt, begrenzt ist auf ein Entgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Beitrag wird also nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze berechnet, jegliches Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze bleibt beitragsfrei. Dies ist gerade für Arbeitnehmer mit einem hohen Einkommen von Vorteil. Damit ist eine freiwillige Weiterversicherung in der GKV insgesamt vor allem unter Kostengesichtspunkten zu betrachten.

Die Leistungen der PKV können durchaus besser sein als die der gesetzlichen Versicherer. Möchte man als Versicherungsnehmer bei freiwilliger Weiterversicherung in der GKV eine bessere Leistung haben, dann kann der Abschluss einer privaten Zusatzkrankenversicherung eine valide Option sein. Das Angebot an privaten Zusatzkrankenversicherungen reicht von einer verbesserten stationären Behandlung mit Chefarzt und Ein- oder Zweibettzimmer über eine verbesserte Kostenerstattung im Zahnbereich bis zur Zahlung eines höheren Krankentagegeldes. Auch der Einschluss von Heilpraktikerleistungen oder höhere Erstattungen bei Sehhilfen sind möglich. Hier stehen unterschiedliche Alternativen zur Verfügung, mit denen die GKV sinnvoll und individuell ergänzt werden kann.

Vor diesem Hintergrund ist ein Wechsel in die PKV letztlich nicht zwingend erforderlich und es wird auf die Prüfung der persönlichen Umstände ankommen, ob er in Frage kommt. Durch die erschwerte Rückkehr in die GKV ist er auf jeden Fall gut zu überlegen.