PKV für Angehörige freier Berufe

Für jeden, der als Freiberufler selbständig Dienstleistungen anbietet, besteht keine Verpflichtung, sich in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern zu müssen. Anders gesagt: Hier fehlt der Arbeitnehmer-Status, der die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung von einer Jahresarbeitsentgeltgrenze abhängig macht. Ausnahmen sind hierbei Publizisten und Künstler, für die generell in der Künstler-Sozialversicherung gesorgt ist.

Für all diejenigen, für die der Beginn ihrer freiberuflichen Tätigkeit mit dem Ausscheiden aus dem Status eines Arbeitnehmers einhergeht, gilt das Prinzip, ihre Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse beibehalten zu können. Diese Regelung trifft jedoch nur dann zu, wenn der Versicherungsnehmer vor seinem Tätigkeitswechsel ununterbrochen ein gesamtes Jahr gesetzlich versichert war oder mindestens innerhalb des vorausgehenden Zeitrahmens von fünf Jahren für eine Zeitdauer von zwei Jahren. Doch es bestehen tatsächliche Vorteile, bei einer solchen Gelegenheit auch in eine private Krankenversicherung zu wechseln - gerade, wenn es einem Freiberufler hier nicht genügt, die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse mit denen der privaten Krankenzusatzversicherungen kombinieren zu müssen. Dies ist zwar möglich, jedoch bei einem vollständigen Versicherungswechsel zu dem privaten Anbieter einer Krankenversicherung sind die einzelnen Leistungselemente in einem Versicherungsvertrag zusammengefasst und werden entsprechend auch als Ganzes mit günstigeren Beiträgen berechnet.

Versicherungsnehmer, die jünger sind, zahlen beispielsweise weniger - auch können unter anderem Zahnarztbehandlungen, Medikamentenerstattungen, alternative Heilmethoden und Krankenhausaufenthalte (mit freier Krankenhauswahl, Chefarztbehandlung sowie der Option des Kranken- und Krankenhaustagegeldes) vollständig gedeckt werden. Eine Rückkehrmöglichkeit in eine gesetzliche Krankenversicherung besteht hier nicht mehr, jedoch sind hier die Behandlungen mit auffälligen und durchaus intensiven Zuzahlungen seitens des Patienten verbunden.

Wer jedoch kann als Freiberufler klassifiziert werden? Grundsätzlich ist dies jeder, der unabhängig von einem Arbeitgeber in Eigenregie Dienste anbietet. Gemäß § 18, Abs. 1, Ziffer 1 EStG kann ein Freiberufler generell eine der folgenden Kategorien zugeordnet werden: Entweder übt er eine (a) heilkundliche Tätigkeit aus. Hierunter fallen sämtliche Ärzte, auch Tierärzte, Heilpraktiker, Apotheker und andere, die Dienste im Sinne der Gesundheit anbieten. Oder es handelt sich um (b) wirtschafts- und rechtsberatende Berufe. Dies können unter anderem Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Notare und Rechtsanwälte sein. Darüber hinaus arbeiten Freiberufler auch in (c) naturwissenschaftlichen und technischen Berufen: Hier sind Sachverständige, Gutachter, Architekten usw. gemeint. Dann wiederum geht es um (d) übersetzende, psychologische und pädagogische Tätigkeiten und schließlich sind es die oben erwähnten (e) künstlerischen und publizistischen Möglichkeiten des Lebenserwerbs - wie angedeutet, werden Musiker, Schriftsteller sowie bildende Künstler dann jedoch weder in der gewöhnlichen Krankenkasse noch in einer privaten Krankenversicherung zusammengefasst.