Familienversicherung in der GKV

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet ihren Versicherten regelmäßig eine ganze Reihe von Vorteilen – bessere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), stabilere Beiträge, und die gewünschte tarifliche Leistung kann individuell auf die Bedürfnisse des Versicherten abgestimmt werden. In einer Hinsicht allerdings ist die gesetzliche Krankenversicherung der privaten überlegen – Familienmitglieder ohne eigenes Einkommen können in der gesetzlichen Krankenversicherung ohne zusätzliche Kosten über den Versicherten mitversichert werden. Diese Familienversicherung kommt in der privaten Krankenversicherung nicht zur Anwendung. Hier fällt für jedes einzelne Familienmitglied ein eigener Beitrag an.

Unabhängig davon, ob ein Alleinverdiener in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig oder pflichtversichert ist, so hat der die Möglichkeit, ein Mitglied der Familie, das kein eigenes Einkommen über 400 Euro pro Monat bezieht, ohne eigenen Monatsbeitrag in der Familienversicherung mitzuversichern. Diese Familienmitglieder sind regelmäßig Kinder oder der Ehegatte nach der Eheschließung.

In der privaten Krankenversicherung dagegen kann ein Ehepartner innerhalb von zwei Monaten nach der Eheschließung mitversichert werden. In diesem Fall entfallen für den Ehepartner sogar die allgemeinen Wartezeiten, in denen keine Leistung des Versicherers in Anspruch genommen werden kann. Allerdings muss in diesem Fall der Versicherungsschutz des Ehepartners dem des Versicherten entsprechen und darf keinesfalls höher ausfallen. Das heißt, der Ehepartner ist in diesem Fall im gleichen Tarif wie der Versicherungsnehmer zu versichern. Außerdem muss der Versicherungsnehmer mindestens drei Monate lang bei der entsprechenden Gesellschaft versichert sein. Ein kostenpflichtiger Beitrag fällt allerdings auch bei der Mitversicherung in der privaten Krankenversicherung an, so dass hier anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung zusätzliche Beiträge erforderlich sind. Dieser Beitrag berechnet sich – wie in der privaten Krankenversicherung üblich – nach dem Lebensalter, dem Gesundheitszustand und dem Geschlecht des Ehepartners sowie nach den Leistungsmerkmalen des ausgewählten Tarifs. Außerdem gilt es, die jeweiligen Versicherungsbedingungen genau zu prüfen hinsichtlich diverser Klauseln, die unter Umständen für mitversicherte Ehepartner in anderer Form zur Anwendung kommen als für den Versicherten direkt.

Vor diesem Hintergrund kann vor allem aus Kostengründen eine gesetzliche Krankenversicherung das Mittel der Wahl sein, wenn ein Ehepartner mitversichert werden soll. Möchte man dennoch nicht auf einen umfassenden Versicherungsschutz verzichten, dann kann der Abschluss einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung eine lohnenswerte Alternative sein. In diesem Fall wären beide Ehepartner voll in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert, für einen darüber hinausgehenden Schutz wäre für einen oder für beide Ehepartner eine zusätzliche private Krankenversicherung als Ergänzung abzuschließen. Damit ist ein Krankenversicherungsschutz möglich, der im Wesentlichen dem Schutz in der privaten Krankenversicherung entspricht. Letztlich wird in dieser Situation ein sorgfältiger Preis-Leistungs-Vergleich nötig sein, um tatsächlich die Gesellschaften und die Tarife zu finden, die am besten auf die individuelle Situation passen.