PKV Erstbeitrag

Der PKV-Erstbeitrag ist der erste Beitrag, der nach dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung gezahlt wird. Die danach folgenden Beiträge bezeichnet man dagegen als Folgebeiträge.

Die allgemeinen Versicherungsbedingungen der Versicherungen schreiben vor, dass der erste Beitrag für die private Krankenversicherung spätestens sofort nach der Übergabe des Versicherungsscheins fällig wird und zu zahlen ist. Die Zustellung der Annahmeerklärung des Antrags allerdings führt noch nicht zur Fälligkeit des Erstbeitrags. Besonders einfach für Versicherung und Versicherten – eine Lastschrifteinzugsermächtigung. Sie ermächtigt den Versicherer, den Erstbeitrag und alle folgenden Beiträge von dem genannten Konto des Versicherten einzuziehen. Wird der Erstbeitrag nicht innerhalb von drei Monaten ab Fälligkeit gezahlt, gilt dies als fiktiver Rücktritt vom Vertrag nach dem Versicherungsvertragsgesetzt. Damit gilt das Versicherungsverhältnis automatisch als von Beginn an aufgelöst. Bei verspäteter Zahlung des Erstbeitrags geht der Versicherungsschutz verloren bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die verspätete Zahlung bei der Versicherung eingeht.

Im Rahmen der seit Januar 2009 bestehenden Versicherungspflicht wird das Verfahren bei ausstehendem Erstbeitrag von den Versicherungen in der Praxis allerdings unterschiedlich gehandhabt. Während man früher eine einmal abgeschlossene Versicherung durch die Nichtzahlung des Erstbeitrags seitens der Versicherung relativ schnell auflösen konnte und damit als Versicherter nicht gezwungen war, an einer Krankenversicherung festzuhalten, die unter Umständen hinsichtlich der tariflichen Bedingungen nicht passend war, sieht dies heute anders aus. Durch die Versicherungspflicht sind die Möglichkeiten der Krankenversicherer, einen neu abgeschlossenen Vertrag wegen Nichtzahlung des Erstbeitrags und der Folgebeiträge zu kündigen, eingeschränkt worden. Statt der Kündigung halten deshalb viele Versicherer an dem Vertrag fest und fordern die Beiträge zunächst selbst mit Hilfe des gesamten gerichtlichen Mahnverfahrens ein. Dies kann bis zur Zwangsvollstreckung oder der erzwungenen Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung gehen. Bei fortwährender Nichtzahlung der Beiträge wird der Versicherte irgendwann zwangsweise in den sogenannten Basistarif der PKV zurückgestuft. Dieser Basistarif ist durch einen Beitrag auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse gekennzeichnet, und auch seine Leistungen entsprechend den Leistungen der gesetzlichen Kassen. Damit bietet der Basistarif einen hohen Preis bei recht niedriger Leistung. Aus diesem Grund ist die Rückstufung in den Basistarif aufgrund der fehlenden Zahlung des Erstbeitrags und der Folgebeiträge eine Situation, die es unter allen Umständen auch im Interesse des Versicherten zu verhindern gilt.

Kann der Versicherte aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten die Beiträge nicht zahlen, gilt es, einen günstigen Tarif zu finden, der zwar niedrigere Leistungen, aber auch geringere Beiträge mit sich bringt. Dies ist in jedem Fall eine bessere Lösung als die fortlaufende Nichtzahlung der Beiträge.