Private Auslandskrankenversicherung

Die vertraglichen Regelungen der privaten Krankenversicherung zu einem Auslandsaufenthalt unterscheiden sich nach der Länge des geplanten Aufenthalts.

Ist der Auslandsaufenthalt nur vorübergehender Natur – wird also der Wohnsitz des Versicherten nicht ins Ausland verlagert – dann gilt die Versicherung für Krankheitskosten und Krankenhaustagegeld zeitlich unbefristet für Europa und die sogenannten Anrainerstaaten im Mittelmeerraum. Europaweit kann sich der Versicherte also für einen unbegrenzten Zeitraum im Ausland aufhalten, ohne dass der Versicherungsschutz gefährdet wird. Für einen Zeitraum von etwa einem Monat sind auch weltweite Heilbehandlungen eingeschlossen, wobei dieser Zeitraum von Versicherung zu Versicherung leicht variieren kann. Steht ein längerer Auslandsaufenthalt außerhalb Europas an, dann sollte mit der Versicherung geklärt werden, für welchen Zeitraum genau Versicherungsschutz besteht. Falls nötig, kann dann eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Kann aber die Rückreise wegen einer schweren Krankheit nicht angetreten werden, dann verlängert sich der jeweilige Zeitraum entsprechend um maximal zwei weitere Monate. Die Krankentagegeldversicherung gilt dagegen nur in Deutschland. Für das Ausland können hier abweichende Regelungen in Frage kommen. Ist eine medizinische Behandlung im Ausland notwendig, dann ist die Rechnung zunächst im Ausland zu bezahlen und später der Krankenkasse zur Erstattung vorzulegen. Im Rahmen der geltenden tariflichen Erstattungsrichtlinie wird die Leistung dann von der Versicherung übernommen.

Steht ein dauernder Auslandsaufenthalt an – wird also der Wohnsitz ins Ausland verlegt – dann endet der Versicherungsvertrag in der privaten Krankenversicherung in der Regel. Hier kann es von Versicherung zu Versicherung allerdings Unterschiede geben, je nachdem, ob der neue Wohnsitz innerhalb Europas liegt oder außerhalb. Unter Umständen kann auch die Versicherung fortgesetzt werden, selbst wenn der Wohnsitz ins Ausland verlegt wird. In diesem Fall ist mit Beitragszuschlägen zu rechnen.

Eine separate Auslandskrankenversicherung kann für Versicherte der privaten Krankenversicherung sinnvoll sein, wenn ihr Tarif eine Beitragsrückerstattung vorsieht. Dann würden medizinische Leistungen, die im Ausland anfallen, über die Auslandskrankenversicherung abgedeckt, während Leistungen, die in Deutschland auszugleichen sind, über die reguläre private Krankenversicherung abgesichert sind und bei Leistungsfreiheit zu einer Beitragsrückerstattung führen können.

Unter Umständen kann die Umwandlung der privaten Krankenversicherung in eine Anwartschaftsversicherung in Frage kommen. Mit ihr ruhen die Leistungen der privaten Krankenversicherung im Krankheitsfall, so dass eine neue Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden muss. Allerdings erleichtert eine Anwartschaftsversicherung die Rückkehr in die private Krankenversicherung deutlich. Je nach Art der Anwartschaftsversicherung kann zum Beispiel eine neuerliche Gesundheitsprüfung entfallen oder es wird das alte Eintrittsdatum in die private Krankenversicherung beibehalten. Letztlich reduziert das die Versicherungsbeiträge für den Versicherten, wenn er nach der Rückkehr nach Deutschland wieder in der privaten Krankenversicherung versichert sein möchte.