Wechsel von Angestellten in die PKV

Angestellte gehören zu der Personengruppe, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind – solange ihr jährliches Brutto-Arbeitsentgelt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Bei einem jährlichen Brutto-Arbeitsentgelt oberhalb der Versicherungspflichtgrenze dagegen haben Angestellte die Wahl, sich freiwillig gesetzlich zu versichern oder in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Dieser Wechsel will gut überlegt werden und hängt maßgeblich von den gesundheitlichen und familiären Gegebenheiten ab. Hinzu kommt, dass die Rückkehr in die gesetzliche Krankenkasse (GKV) nur unter ganz bestimmten Umständen möglich ist – ein Grund mehr, genau abzuwägen, welches System der Krankenversicherung der passende Weg ist.

So können Angestellte in der PKV ihre Familienangehörigen ohne eigenes Einkommen nicht kostenfrei mitversichern. In der privaten Krankenversicherung ist für jedes Mitglied ein eigener Beitrag zu zahlen, auch für Babys und Kleinkinder. Vor diesem Hintergrund kann der Wechsel von der GKV in die PKV maßgeblich von finanziellen Gesichtspunkten abhängen. Auch Angestellte mit Vorerkrankungen sind unter Umständen in der gesetzlichen Krankenversicherung besser aufgehoben. In der privaten Krankenversicherung werden bei gesundheitlichen Einschränkungen – bei sogenannten Risikofaktoren – Zuschläge auf den Monatsbeitrag erhoben. Diese Risikozuschläge können eine Größenordnung von über 100 Prozent ausmachen und führen dann mindestens zu einer Verdopplung des Beitrags. Auch in solchen Fällen kann der Verbleib in der gesetzlichen Krankenversicherung der bessere Weg sein.

Hat man sich als Angestellter für den Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden, gilt es, die passende Gesellschaft und den richtigen Tarif zu finden. Gerade in der Krankenversicherung ist ein ständiger Wechsel der Gesellschaft nicht empfehlenswert, denn der Monatsbeitrag steigt mit zunehmendem Einstiegsalter. Deshalb sollte man von Beginn an auf einen langfristigen Versicherungszeitraum abstellen und der Auswahl der Gesellschaft und des Tarifs entsprechende Bedeutung beimessen.

Angestellte haben den Vorteil, dass der Arbeitgeber für die PKV und die GKV einen Zuschuss zum Versicherungsbeitrag in der Krankenversicherung zahlt. Damit ist der monatliche Beitrag nicht das allein ausschlaggebende Kriterium für die Wahl des Tarifs. Vor diesem Hintergrund kann für Angestellte in der PKV ein Tarif mit höheren Monatsbeiträgen und entsprechend hoher Leistung und geringer Selbstbeteiligung interessant sein. Die höhere Leistung manifestiert sich zum Beispiel in der Kostenübernahme von Chefarztleistungen oder der Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Auch die Erstattung von Heilpraktikerleistungen zeichnet einen höherwertigen Tarif aus. Im dentalen Bereich unterscheiden sich die Tarife vor allem durch den Verzicht auf eine Zahnstaffel, die die Kostenerstattung in den ersten Versicherungsjahren auf bestimmte Summen limitiert, und durch die Höhe der Kostenübernahme bei Zahnersatz und Kieferorthopädie. Sie schwankt in der Regel je nach Tarif und Gesellschaft zwischen 60 und 90 Prozent. Sofern für einen Angestellten ein höherer Monatsbeitrag akzeptabel ist, kann er auf solch hochwertige Leistungen zurückgreifen.

Eine andere Variante für Angestellte ist die Auswahl eines Tarifes, der bei Leistungsfreiheit sehr günstig bleibt. Die anfallenden Krankheitskosten trägt der Angestellte dann allein. Werden dagegen Leistungen gegenüber der Kasse geltend gemacht, erhöht sich der Versicherungsbeitrag für einen bestimmten Zeitraum.